Sommerprogramm Teil 3 – 08. August 2024

Treffen am Lindenplatz (der um 1850 noch eine Kiesgrube war): 17 Turnerinnen sind gespannt auf die Erzählungen und Anekdoten von Max Werdenberg.

Er schildert uns, wie die Ausdehnung ab Lindenplatz in Richtung Allschwil Dorf erfolgte. Am 1. Juli 1905 wurde die Tramlinie Barfüsserplatz – Allschwil offiziell eingeweiht. S’Drämmli ersetzte die bisher noch auf dieser Strecke verkehrende Postkutsche. Nach der Basler Stadtgrenze fuhr das Tram damals noch überwiegend durch eine unverbaute Landschaft bis an die Dorfgrenze von Allschwil.

Ungefähr 1910-1920 wurden die ersten Häuser in schönem Barock/Jugendstil rund um den Lindenplatz gebaut. Es gab einen Coop, eine Bäckerei und die Lindenplatz-Apotheke (gebaut 1905). Zudem hatten sich sieben Zahnärzte angesiedelt (in der Stadt brauchten sie eine spezielle Bewilligung, hier nicht….).

Nach dem ersten Weltkrieg 1918 wollten diverse Architekten den Lindenplatz überbauen. Ein starker „Quartierverein Lindenplatz“ erhob erfolgreich Einspruch! (Der Lindenplatz ist ja auch heute noch immer im Gespräch.)

Im Jugendstil-Gebäude an der Poststrasse befand sich das erste Postbüro von Neuallschwil, ab 01. Oktober 1964 mit eigener Postleitzahl 4122. Max zeigt uns weitere Jugendstilbauten an der Poststrasse, wie das Haus Nummer 33 und die umliegenden Häuser, die alle schützenswert sind. Viele Häuser wurden aber schon abgerissen (Erhalt zu teuer, Boden zu teuer, alte Besitzer gestorben, Erbengemeinschaften konnten/wollten den Unterhalt finanziell nicht stemmen usw.) So stehen an diesen Orten nun mehr oder weniger funktionelle Beton-Neubauten mit Wohnungen – und die Eigenart von Neuallschwil geht langsam verloren.

Am Schützenweg sehen wir im Jahr 1930 gebaute Reiheneinfamilienhäuser im Art Déco Stil, damals für „höhere Angestellte“ geplant.

Natürlich gab es während den Erzählungen von Max diverse Zwischenrufe, vor allem von den älteren in Allschwil verwurzelten Turnerinnen, wie: „da war doch früher…“ und „weisch no?“, und Erinnerungen kamen hoch. Da gab es auch noch das Restaurant „Stab“ mit Gartenwirtschaft (Gründungsort des Allschwiler Männerchors).

Wir stehen vor dem ZicZac. Die Villa wurde 1895 vom polnischen Baron Konjetzky als Landschloss genutzt, mit einem wunderschönen Park (dem heutigen Biergarten). 1931 kaufte ein Architekt das Landschloss, er baute die Villa um, entfernte den Turm, fügte einen Zwischentrakt und den Saalanbau an – fertig war das „Sans Souci“ und ein Saal für grosse Tanz- und andere Anlässe. Bei einem Wettbewerb im Rock`n`Roll-Tanzen winkte dem Siegerpaar ein Städteflug von Basel nach Zürich!

Wir gehen ins anatolische Restaurant „dem“ und geniessen würzigschmeckende Meze. Danke Max für deine informativen und lustigen Geschichten – wir sehen nun alle den Lindenplatz und Umgebung mit anderen Augen an!

Bericht und Fotos Terry Fürst